US-Kritik an Japans Abwrackprämie

11. Dezember 2009  

Tokio (JAPANMARKT) - Die drei großen US-Autohersteller haben sich bei der Regierung in Washington über “diskriminierende” Kaufanreize für umweltfreundliche Fahrzeuge in Japan beschwert. In einem Brief an den stellvertretenden US-Handelsvertreter kritisieren General Motors, Ford und Chrysler das Förderprogramm als “weiteres Beispiel für Japans anhaltende Anstrengungen, importierte Fahrzeuge zu benachteiligen”.

Die Kaufhilfen sind laut diesem Brief, der in US-Medien zitiert wird, so angelegt, dass die große Mehrheit der Importautos sich nicht für die Steuernachlässe qualifiziere, egal wie wenig Treibstoff sie verbrauchen. Dagegen könnten 87 Prozent der japanischen Autos die Förderung bekommen.

Die US-Regierung soll darüber bereits mit Tokio verhandelt haben. Doch bei der Verlängerung dieser Beihilfen, die Teil des ersten Konjunkturpakets der Regierung Hatoyama sein soll, ist bisher keine Änderung der  Vorschriften vorgesehen. Tokio verweist darauf, dass die US-Hersteller ihre Autos in Japan ohne Nachweis des Verbrauchs verkaufen dürfen und daher an der Förderung nicht teilnehmen können.

Nach Angaben des japanischen Automobilhersteller-Verbandes JAMA soll das Förderprogramm in Japan bis zu 1 Million zusätzlicher Autokäufe auslösen. Für das Programm, das nun bis Ende September 2010 laufen wird, stehen 370 Milliarden Yen (knapp 3 Milliarden Euro) bereit.

Ausländische Fahrzeuge haben in Japan einen sehr kleinen Marktanteil von weniger als 4 Prozent. 2008/09 (bis 31.3.) wurden in Japan nur knapp 177 000 importierte Autos bei einem Gesamtmarkt von 4,7 Millionen Fahrzeugen verkauft.

Die deutschen Hersteller beschränken sich in Japan im Wesentlichen auf den Verkauf von Premium-Fahrzeugen.

Als erstes und bisher einziges Importfahrzeug qualifizierte sich der S400 Hybrid von Mercedes-Benz für die Öko-Förderung. Das Auto ist wegen seiner günstigen Verbrauchswerte zu 100 Prozent von der Anschaffungs- und Gewichtssteuer befreit.

Umgekehrt waren japanische Autos massive Nutznießer der Förderprogramme in Deutschland und den USA. Fast die Hälfte der 3 Milliarden Dollar, die für Cash for Clunkers im Sommer in den USA bereitstanden, wurden für den Absatz von japanischen Fahrzeugen ausgegeben.

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