EBC verlangt mehr Wettbewerb
8. Dezember 2009
Tokio (JAPANMARKT) – Der European Business Council (EBC) in Japan fordert von der japanischen Regierung Reformen zur Stimulierung der Binnennachfrage und zur Förderung des Wettbewerbs. Auch die Privatisierung der Post dürfe nicht gestoppt werden.
Es sei höchste „Zeit für Wandel“ und eine Abkehr vom exportgetriebenen Modell, unter dem japanische Unternehmen im Ausland gemachte Gewinne zur Subventionierung ihrer Aktivitäten im Inland einsetzen, heißt es im neuen EBC-Weißbuch, das am Montag in Tokio veröffentlicht wurde. Durch diese Praxis werde ausländischer Wettbewerb künstlich unterbunden, kritisiert der EBC.
„Ironischerweise haben sich die Bereiche, in denen Reformen nötig sind, über die Jahre hinweg kaum verändert“, kommentierte EBC-Vorsitzender Tommy Kullberg die Veröffentlichung des Weißbuchs. Der mehr als 100 Seiten starke Bericht zählt für mehr als 30 Branchen Fortschritte im Deregulierungsprozess und Defizite beim Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse auf.
Konkret fordert die EBC die neue DPJ-Regierung auf, den Prozess zur Privatisierung der japanischen Post nicht zu stoppen. Die vier bereits getrennten Geschäftsbereiche (Bank, Versicherung, Lieferdienst, Büros) mit der Begründung wieder zusammenzulegen, dadurch das allgemeine Dienstleistungsniveau anzuheben, sei nicht akzeptabel. Der Wettbewerb mit privaten Anbietern dürfe durch eine Einmischung des Staates nicht beeinträchtigt werden, sagt Kullberg.
Positiv dagegen seien der geplante Bürokratieabbau, die Anstrengungen zur Verminderung unnötiger Staatsausgaben und die Revision des Systems öffentlicher Ausschreibungen zu bewerten. Ausländische Unternehmen würden insbesondere durch die geplante Senkung der Körperschaftssteuer von 18 auf elf Prozent profitieren.
Mit ihren stabilen Mehrheitsverhältnissen habe die Regierung Hatoyama jetzt die einzigartige Chance, wichtige Reformen auf den Weg zu bringen. Das Zeitfenster aber könne sich schon bald wieder schließen, warnt EBC-Chairman Kullberg.
Der EBC ist das Sprachrohr der europäischen Handelskammern gegenüber der japanischen Regierung und offiziellen Stellen. Im EBC haben sich 17 europäische Handelskammern und Wirtschaftsvertretungen in Japan zusammengeschlossen. Insgesamt vertritt der EBC die Interessen von 2.500 europäischen Unternehmen in Japan.
Mehr auf Englisch unter: http://www.ebc-jp.com/index.php/component/content/article/612
Foto: European Business Council






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