Wirtschaft wieder optimistischer

10. Februar 2010  

Tokio (JAPANMARKT/gtai) - Japan hat die konjunkturelle Talsohle durchschritten. Von Oktober bis Dezember soll die Wirtschaft wieder kräftig gewachsen sein. Impulse kommen derzeit vor allem von den Exporten nach China und in andere asiatische Staaten. Das neue Konjunkturprogramm könnte auch die inländische Nachfrage wieder in Schwung bringen. Der starke Yen aber gefährdet den Aufschwung.

Japans Bruttoinlandsprodukt soll im vierten Quartal um bis zu 3,46 Prozent gewachsen sein. Damit hätte sich das Wachstum gegenüber dem Vorquartal wesentlich beschleunigt. Dies ergibt die aktuelle Umfrage der Economic Planning Association des japanischen Kabinettsbüros. Alle 39 privaten Wirtschaftsforschungsinstitute, die von der EPA monatlich befragt werden, gehen inzwischen davon aus, dass die Wirtschaft die Talsohle verlassen hat. Das Wachstum solle auch im Fiskaljahr 2010 und 2011 anhalten. Die Regierung gibt die offiziellen Wirtschaftsdaten am 15. Februar bekannt.

Die konjunkturellen Anstöße kamen in den vergangenen Monaten in erster Linie von den Exporten, berichtet Germany Trade & Invest in Tokio. Besonders die Ausfuhren in die Volksrepublik China und in andere asiatische Länder entwickelten sich sehr gut. Die Inlandsnachfrage wurde in Teilen von den massiven Konjunkturprogrammen gestützt, die auch Japan zur Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise seit Herbst 2008 aufgelegt hatte, und die ab dem Frühjahr 2009 Wirkung zeigten. So wurde zum Beispiel der Kauf bestimmter umweltfreundlicher Elektrogeräte durch ein „Ökopunkteprogramm“ stimuliert. Ferner belohnte der Staat den Absatz von Hybridautos mit Subventionen und Steuernachlässen.

Auch wenn Japans Wirtschaft tatsächlich die schwierigsten Zeiten überwunden zu haben scheint, kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Denn zum einen wird der Export von einem teuren Yen bedroht. Zum anderen wirken sich eine weiter andauernde Deflation, eine schlechte Einkommens- und Beschäftigungssituation sowie eine immer noch schwache Investitionsbereitschaft der privaten Unternehmen negativ auf die Inlandsnachfrage aus.

Um den Weg der Wirtschaft in Richtung auf einen sich selbst tragenden Aufschwung zu stützen, wird derzeit im Parlament ein Konjunkturprogramm debattiert. Es hat ein Volumen von umgerechnet 7,2 Billionen Yen (55 Milliarden Euro). Allein für umweltschutzpolitische Maßnahmen sind 800 Milliarden Yen vorgesehen.

Weitere Informationen bei Germany Trade & Invest: Japans Wirtschaft wieder etwas optimistischer

Foto: istock/bbossom

Kommentare

Ein Kommentar zu “Wirtschaft wieder optimistischer”

  1. Japan bleibt auf Wachstumskurs : JAPANMARKT am 15. Februar 2010

    [...] Nach ersten vorläufigen Schätzungen des Kabinettsbüros ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet real um 4,6 Prozent angestiegen. Im Vergleich zum Vorquartal entspricht dies einem Plus um 1,1 Prozent. Das Wachstum lag damit etwas höher als erwartet. Ökonomen hatten mit einem annualisierten Wachstum von bis zu 3,5 Prozent gerechnet. [...]

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