Notenbank erwartet Aufschwung
18. Januar 2010
Tokio (JAPANMARKT) – Japans wirtschaftliche Erholung wird sich nach Ansicht der Bank von Japan im ersten Quartal verlangsamen. Die Gefahr einer erneuten Rezession sei aber nicht groß, betonte Kazuo Monma, Chefvolkswirt der japanische Zentralbank. Der Konjunkturverlauf könnte am Ende einem etwas stärker geöffneten “V” ähneln. Die OECD traut Japan 2010 ein Wachstum von 1,8 Prozent zu - doppelt so viel wie Euroland.
Als Grund für die Konjunkturdelle nannte Monma die gekürzten Staatsausgaben für Infrastruktur. Außerdem würde die Industrieproduktion nicht mehr so rapide zunehmen, weil die Firmen auf Grund von Überkapazitäten weniger investieren und die Konjunkturpakete auslaufen.
Die Chance auf einen Anstieg der Kapitalausgaben hält Monma deshalb für „nicht sehr hoch“. Der Export würde aber schließlich auch dem Rest der Wirtschaft helfen.
Dazu passt die aktuelle Stabilisierung des Yen-Kurses über 90 Yen zum Dollar und 130 Yen zum Euro. Ein schwacher Yen erhöht die Gewinne der Japan AG und macht ihre Waren im Ausland wettbewerbsfähiger.
Die Maschinenaufträge im November waren zwar unerwartet um 11,3 Prozent zum Vormonat auf 625 Milliarden Yen (4,8 Milliarden Euro) geschrumpft. Es war der zweite monatliche Rückgang hintereinander. Allerdings fiel dieser Einbruch mit dem Anstieg des Yen auf ein 14-Jahres-Hoch zusammen.
Die Industrie hatte im November laut der jüngsten Revision 2,2 Prozent mehr produziert als im Oktober. Der entsprechende Index stieg auf saisonale bereinigte 88,3 (2005 = 100) und lag damit noch 4,2 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Fabrikauslastung wuchs 3,2 Prozent auf 83,3.
Die Bestellungen für Werkzeuge im Maschinenbau stiegen um Dezember um 63 Prozent zum Vorjahr auf 60 Milliarden Yen und nahmen damit erstmals seit 19 Monaten zu. 96 Prozent davon kamen aus dem Ausland.
Monma hält die Gefahr einer deflationären Spirale für kontrollierbar. Die Notenbank werde alles Notwendige dagegen unternehmen. Die Großhandelspreise waren 2009 im Rekordtempo um 5,3 Prozent zurückgegangen.
Der neue Finanzminister Naoto Kan hatte am Donnerstag erklärt, dass die Bank von Japan noch mehr gegen die Deflation und für nachhaltiges Wachstum tun könne.
Wirtschafts-, Industrie- und Handelsminister Masayuki Naoshima erwartet, dass die japanische Ökonomie sich 2010 wieder auf das Niveau vor dem Lehman-Schock erholt.
Trotz der Krise ist die Zahl der Firmenpleiten 2009 erstmals seit vier Jahren zurückgegangen - die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen scheinen also gewirkt zu haben.
Nach Angaben von Tokyo Shoko Research gingen 15.840 Firmen in Konkurs. Das waren 1,1 Prozent weniger als 2008. Im Dezember lag die Zahl der Pleiten um 16,6 Prozent unter dem Vorjahr.
Mehr unter: http://www.aktiencheck.de/artikel/analysen-Marktberichte-2011544.html
Foto: flickr / jamesjustin






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