Konjunkturbild noch undeutlich
10. Dezember 2009
Tokio (JAPANMARKT) - Die wirtschaftliche Erholung in Japan steht auf wackeligen Beinen, weil die Verbraucher sparen und die Firmen ihre Kosten und Investitionen kürzen. Die Regierung rechnet aber nach einem Bericht der Zeitung Mainichi für das Fiskaljahr 2010/11 mit einem Wachstum von einem bis 1,5 Prozent. Die neue Prognose soll noch im Dezember vorgelegt werden.
Die Maschinenaufträge der privaten Unternehmen gingen im Oktober um 4,5 Prozent gegenüber September zurück. Allerdings waren sie im September um ungewöhnliche hohe 10,5 Prozent zum Vormonat nach oben gesprungen. Der Gesamtwert der Aufträge von 280 großen Herstellern stieg im Oktober zudem um saisonal bereinigte 3,2 Prozent.
Auch die Erzeugerpreise stehen nach Angaben der Bank von Japan weiter unter Druck. Im November gingen sie den elften Monat hintereinander zurück. Die Kosten, die Firmen für Energie und Fertigteile bezahlten, waren 4,9 Prozent geringer als im Vorjahresmonat. Der Preisrückgang hat sich aber verlangsamt. Im Oktober fielen die Erzeugerpreise noch um 6,8 Prozent.
Am Mittwoch wurde die Wachstumsrate für das dritte Kalenderquartal deutlich nach unten korrigiert. Das reale Bruttoinlandsprodukt nahm lediglich um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu. In einer ersten Kalkulation wurde das Wachstum mit 1,3 Prozent angegeben. Nominal, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, schrumpfte die Wirtschaft um 0,9 Prozent.
Der sogenannte GDP-Deflator, der die Preisentwicklung beschreibt, sank um 0,5 Prozent. Der Wert ist in den letzten zehn Jahren nur zwei Mal gestiegen.
Die wichtigste Ursache der BIP-Revision waren die schwachen Firmeninvestitionen. Die Kapitalausgaben fielen um 2,8 Prozent. Zuvor wurde von einem Anstieg um 1,6 Prozent ausgegangen. Die Investitionen gehen nun seit sechs Quartalen ununterbrochen zurück. Das Tempo des Rückgangs wird allerdings langsamer.
Der aussagekräftigste Frühindikator für die Konjunktur zeigt weiter nach oben.
Der sogenannte führende Wirtschaftsindex, der eine Vielzahl von Konjunkturdaten zusammenfasst, nahm im Oktober um 2,2 Punkte gegenüber September zu.
Foto: flickr / nicolacassa






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