Aufwind für Produktion und Export
26. Februar 2010
Tokio (JAPANMARKT) - Japans Wirtschaft zeigte sich im Januar unerwartet robust. Industrieproduktion und Ausfuhren zogen stärker als vorhergesagt an. Nippon war offensichtlich Nutznießer des Booms vor seiner Haustür. Auch der Einzelhandel beendete überraschend seine lange Durststrecke, während sich der Preisverfall stabilisierte.
Die japanische Industrie produzierte im Januar saisonal bereinigt 2,5 Prozent mehr als im Vormonat - das war der größte Anstieg seit Mai. U.a. liefen 30,7 Prozent mehr Autos als im Vorjahr vom Band.
Diese Zuwächse spiegeln sich in einem kleinen Ausfuhrboom vor allem nach Asien wieder. Japan exportierte im Januar Güter im Wert von 4,9 Billionen Yen (40,8 Mrd. Milliarden Euro) und damit 40,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausfuhren nach China sprangen dabei um 79,9 Prozent auf 920 Mrd. Yen. Im Februar soll die japanische Industrieproduktion zwar um 0,8 Prozent und damit erstmals seit einem Jahr leicht sinken, aber schon im März um weitere 1,6 Prozent wachsen.
Die Wirtschaft leidet allerdings den elften Monat in Folge an Deflation. Im Januar lagen die Kernpreise (ohne frische Lebensmittel) um 1,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Verglichen mit dem Rekordminus von 2,4 Prozent im August sieht dies zwar wie eine Milderung aus. Rechnet man aber die Energiepreise heraus, war der Rückgang mit 1,2 Prozent genauso hoch wie der Rekordwert vom Dezember.
Allerdings könnte die bessere Laune der Verbraucher den Preisverfall bremsen. Im Januar setzte der Einzelhandel mit 2,6 Prozent erstmals seit 17 Monaten wieder mehr um als im Vorjahr. Auch das Verbrauchervertrauen nahm im Januar nach viermonatiger Schwäche wieder zu. Im Großraum Tokio verlangsamte sich das Tempo des Preisrückgangs im Februar um 0,2 Punkte auf 1,8 Prozent.






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