Japan soll “mehr Partner” werden

11. März 2010  

Tokio (JAPANMARKT) – Hessens Ministerpräsident Roland Koch hat sich in Japan für eine engere Zusammenarbeit im Wirtschafts-, Finanz- und Forschungsbereich eingesetzt. Deutschland und Japan sollten “mehr Partner als Wettbewerber” werden, sagte der hessische Regierungschef. Japan stelle für viele deutsche Unternehmen eine Brücke dar, um mit japanischen Partnern nach China zu gehen.

Koch und seine 30-köpfige Delegation aus Politik und Wirtschaft in Hessen  diskutierten in Tokio mit Vertretern der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) über Fragen des Markteintritts, der Deregulierung und der Kooperation mit japanischen Partnern.

DIHKJ-Präsident Günter Zorn stellte dabei die zunehmende Verflechtung in Asien hervor.

Er sieht Marktchancen für deutsche Firmen im Umweltsektor und der Gebäudetechnik. Auch bei Lebensmitteln öffne sich Japan immer mehr.

Bei seinen Gesprächen in Tokio informierte sich Koch vor allem über Veränderungen in der Finanzindustrie und stellte Frankfurt als attraktiven Finanzplatz in Europa vor.

Koch führte dafür Gespräche an der Börse und traf unter anderem den Gouverneur der Notenbank, den stellvertretenden Wirtschaftsminister sowie Japans Außenminister.

Hessens wirtschaftliche Stärke beruhe ganz entscheidend auf seiner Internationalität und den hervorragenden Verbindungen in alle Welt, betonte der hessische Regierungschef.

„Für den Finanzplatz Frankfurt ist es wichtig, sich in diesen Zeiten um Allianzen zu kümmern“, so Koch. Zugleich gelte es, mehr Interesse für den Finanzplatz Tokio zu zeigen.

Die Rhein-Main-Region hat sich zu einem Ballungszentrum für 200 japanische Unternehmen entwickelt und beheimatet etwa 4.000 japanische Staatsbürger.

Nach eigenen Angaben sah Koch seine Aufgabe auch als Türöffner für hessische Unternehmen. Dafür standen unter anderem Besuche bei Honda und Panasonic auf dem Programm.

Einige hessische Unternehmen wie das Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen Merck, der Zahntechnikanbieter Sirona und der Wasserfilterspezialist Brita sind seit vielen Jahren in Japan erfolgreich.

In Osaka kam Koch mit Gouverneur Toru Hashimoto zusammen und besuchte das neue LCD- und Solar-Werk von Sharp in Sakai.

Foto oben: Roland Koch / Foto Mitte: DIHKJ-Präsident Günter Zorn (alle Rechte vorbehalten)

Kommentare

Bitte schreiben Sie hier Ihren Kommentar...
Hier gibt es mehr Informationen, falls Sie ein Profilbild mit ihrem Kommentar anzeigen möchten gravatar!