Japan entdeckt „smarten Konsum“
5. Februar 2010
Die Wirtschaftskrise verändert das Verhalten der japanischen Verbraucher. Um trotz Einschnitten bei den Boni über die Runden zu kommen, konsumieren die Verbraucher immer smarter. Das wachsende Angebot an Billigprodukten hilft ihnen dabei.
Waren Japans Verbraucher lange Zeit die weltweit größten Einkäufer von Luxusartikeln, greifen sie mittlerweile immer öfter zu günstiger Massenware. No-Name-Produkte gewinnen immer mehr an Akzeptanz - vorausgesetzt Preis und Qualität stimmen. Im Hitprodukte-Ranking, das Japans größte Werbeagentur Dentsu im Dezember veröffentlicht hat, spiegelt sich diese Situation wider. Es dominieren Billigartikel und Produkte, bei deren Anschaffung Verbraucher von staatlichen Stimulusmaßnahmen profitieren können.
Vorreiter beim Billig-Trend ist seit Jahren schon das Unternehmen Fast Retailing mit seiner Modekette „Uniqlo“. Im letzten Jahr kam Uniqlo mit Jeans zum Preis von 990 Yen auf den Markt. Innerhalb von neun Monaten konnte die Kette eine Million Hosen verkaufen. Andere Einzelhändler wie Aeon und Seiyu versuchen den Erfolg von Uniqlo nachzuahmen und haben den Preis sogar bis 690 Yen gedrückt.
Ebenfalls zu den Gewinnern der Deflation gehören die Möbelhäuser Ikea und Nitori. Während der Möbelmarkt insgesamt stark rückläufig ist, ziehen die beiden Unternehmen dank Niedrigpreisen immer mehr Kunden an. In den ersten acht Monaten 2009 konnte Ikea in Japan um 44 Prozent wachsen. Nitori erwartet für das Geschäftsjahr 2009 ebenfalls einen zweistelligen Umsatzzuwachs. Beide Unternehmen profitieren beim Import von Möbeln vom starken Yen und geben die günstigen Preise an ihre Kunden weiter. Seit 2008 hat Nitori seine Preise für ein Viertel der Möbel um mindestens 20 Prozent gesenkt. Der Großteil der Produkte wird in Vietnam und China hergestellt.
Auch 2010 soll die Niedrigpreispolitik anhalten, erwarten die Konsumforscher von Dentsu. Die japanische Notenbank geht inzwischen davon aus, dass die Deflation etwas abflachen wird. Im ab April startenden Fiskaljahr sollen die Konsumentenpreise voraussichtlich nur noch um 0,5 Prozent sinken. Im Dezember waren die Preise noch um 1,3 Prozent gefallen.
Mehr über aktuelle Konsumtrends und den Wandel des Verbraucherverhaltens lesen Sie in der Februarausgabe von JAPANMARKT. Darin erfahren Sie auch, wie die Handelskette Metro in Japan weiter wachsen will.
Foto: Nitori






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