Innovationspreis für Wissenschaftler
9. Februar 2010
Tokio (JAPANMARKT) – Die deutsche Wirtschaft verstärkt den Austausch mit der japanischen Wissenschaft. Zwölf technologieorientierte deutsche Unternehmen haben gemeinsam mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) am Montag in Tokio zum zweiten Mal den Gottfried-Wagener-Preis vergeben. Der Preis fördert die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt und Energie, Gesundheit und Sicherheit.
Der mit einem Preisgeld von vier Millionen Yen (32 000 Euro) dotierte erste Preis ging an Dr. Yuuji Kimura (41) und sein Forscherteam vom National Institute for Materials Science. Die Materialforscher haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem extrem feste Stahle bei niedrigen Temperaturen hergestellt werden können.
Gewinner des mit zwei Millionen Yen (16 000 Euro) dotierten zweiten Preises ist der 34-jährige Forscher Dr. Takafumi Fukushima (34) von der Tohoku-Universität. Er arbeitet an der Entwicklung dreidimensionaler integrierter Schaltkreise. Die beiden dritten Preise gingen an Dr. Tadahisa Iwata (43) von der Tokyo-Universität für die Weiterentwicklung biologisch abbaubaren mikrobiellen Polyesters und den Molekularchemiker Dr. Masuo Kondoh (40) von der Osaka-Universität für die Entwicklung eines neuartigen Zuführungsverfahrens für Schleimhaut-Impfstoffe. Alle Gewinner erhalten neben einem Preisgeld ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt an einer Universität oder Forschungsinstitut ihrer Wahl in Deutschland.
Mehr als 300 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik nahmen an der Feierstunde im Grand Hyatt Tokyo teil. Als Hauptredner lobte Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Peter Grünberg die herausragenden Leistungen der japanischen Nachwuchswissenschaftlern.
Der Innovationspreis, der im März 2009 erstmals vergeben wurde, prämiert anwendungssorientierte innovative Ideen und Forschungsprojekte junger japanischer Natur- und Ingenieurwissenschaftler in den Bereichen Umweltschutz und Energie, Gesundheit und Sicherheit. Insgesamt wurden 63 Arbeiten von 34 japanischen Universitäten und Forschungsinstituten eingereicht. Die Bewerbungen wurden von technischen Experten der beteiligten Unternehmen und einer hochrangigen Jury aus japanischen Wissenschaftlern evaluiert.
Durch den Preis sollen langfristige Netzwerke und Partnerschaften mit japanischen Forschungsinstituten und Hochschulen gefördert werden. Die deutschen Unternehmen versprechen sich davon einen intensiveren Austausch mit der japanischen Wissenschaft und eine verstärkte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung. Aus den im ersten Jahr geknüpften Kontakten sind bereits erste Projekte zwischen den japanischen Preisgewinnern und den deutschen Partnerunternehmen entstanden.
Der Gottfried-Wagener-Preis erinnert an den gleichnamigen deutschen Mathematiker, der in der Meiji-Zeit Ende des 19. Jahrhunderts an mehreren Universitäten in Japan Physik und Chemie lehrte. Wagener, einer der Gründerväter des Tokyo Institute of Technology, ist in Japan für seine praxisbezogene Forschung im Bereich der Keramik bekannt.
Der Innovationspreis wurde 2008 von zwölf deutschen Unternehmen mit Niederlassung in Japan gemeinsam mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) ins Leben gerufen. koordiniert. Die beteiligten Unternehmen sind BASF, Bayer, Bosch, Evonik, Henkel, Mercedes-Benz, Merck, Münchener Rück, Schott, Siemens, TRUMPF und TÜV Rheinland. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Dr. Annette Schavan und wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie dem Auswärtigen Amt unterstützt.
Weitere Informationen: www.german-innovation-award.jp
Foto: JAPANMARKT (alle Rechte vorbehalten)






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