Neuer Ökotechnik-Riese entsteht

11. Dezember 2009  

Tokio (JAPANMARKT) - In Japan entsteht ein neuer Firmengigant für grüne Technologie: Nach der Übernahme von Sanyo Electric will Panasonic das Geschäft rund um umweltfreundliche Energien ins Zentrum der Unternehmensstrategie stellen. So wird der Konzern mit Sitz in Osaka demnächst die größten Autohersteller Toyota und VW mit Lithium-Akkus beliefern.

Im Januar will Panasonic-Chef Fumio Otsubo das neue Firmenziel verkünden, bis zum 100. Geburtstag im Jahr 2018 unter die zehn größten Technologie-Innovatoren weltweit vorzustoßen. Die Übernahme von Sanyo ist dafür der vermutlich wichtigste Schritt.

Denn zum einen ist Panasonic jetzt unangefochtener Weltmarktführer bei wiederaufladbaren Akkus für Elektronikgeräte. Dazu kommt die alte Stärke bei Wegwerfbatterien.

Zum zweiten will der Konzern auch der größte Akku-Produzent für Hybrid- und Elektroautos werden. Der Markt für Lithium-Batterien wird sich nach Ansicht von Panasonic bis 2018 verfünffachen.

Sanyo kooperiert bereits mit Volkswagen bei Lithium-Batterien und liefert angeblich auch die Akkus für den ersten an der Steckdose aufladbaren Prius von Toyota.

Panasonic ist seit langem der Batteriepartner von Toyota für Nickel-Akkus und verhandelt derzeit mit etwa zehn Autoherstellern über die Lieferung von Lithium-Batterien.

Zum dritten will Sanyo durch Kapitalhilfe der neuen Konzernmutter groß in das Solargeschäft einsteigen.

Dort ist man zwar auf den weltweit 12. Platz zurückgefallen. Doch bis 2015 wird die Fertigungskapazität von jetzt 340 Megawatt pro Jahr auf 1.500 Megawatt mehr als vervierfacht. Sanyo vertraut dabei auf ihre besonders effiziente Solarzelle “Hit”.

Der Wettbewerbsvorteil von Panasonic und Sanyo: Anders als die Konkurrenz können sie das Erzeugen und Speichern von Solarstrom aus einer Hand anbieten und den Endverbrauchern gleich noch die Haushaltsgeräte dazu verkaufen.

Am Mittwoch hatte Panasonic die Übernahme von Sanyo zum Preis von 403,8 Milliarden Yen (3,1 Milliarden Euro) abgeschlossen.

Der Gesamtkonzern wird dadurch in diesem Jahr beim Umsatz erstmals mit Hitachi als größtem Elektronikkonzern Japans gleichziehen.

Zusammen erwarten Panasonic und Sanyo im Geschäftsjahr 2009/10 (bis 31.3.) ebenso wie Hitachi Einnahmen von 8,7 Billionen Yen (67 Milliarden Euro).

Der Erwerb von 3,082 Milliarden Aktien zu je 131 Yen verschafft Panasonic einen Anteil von 50,19 Prozent an Sanyo.

Die Großaktionäre Goldman Sachs, Sumitomo Mitsui Banking und Daiwa Securities SMBC hatten diese Anteile abgegeben und dabei einen Gewinn von 87 Prozent eingestrichen. Sie hatten die Aktien 2006 zu je 70 Yen erworben.

Die Übernahme hatte sich wegen Kartellauflagen um über ein halbes Jahr verzögert. Panasonic wie Sanyo mussten dafür Teile ihres Batteriegeschäfts abgeben.

Mehr unter: http://www.panasonic.net/ir/relevant/2009/pdf/en091210.pdf

Fotos: Sanyo / Japanmarkt (alle Rechte vorbehalten) - Sanyo Solar Ark / Nickelbatterie des Toyota Prius 3

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