Leuchtende Zukunft für LED-Licht

9. März 2010  

Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Industrie verstärkt ihre internationalen Verkaufsanstrengungen für LED-Lampen. Nichia bleibt dank hoher Qualität mit Abstand Marktführer. Toshiba führt in diesem Monat ihr LED-Sortiment in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Auch Sharp verschärft durch eine neue Lampen-Kollektion den Wettbewerb auf diesem Wachstumsmarkt.

Weltgrößter LED-Produzent war 2009 laut US-Marktforscher IMS Research das japanische Privatunternehmen Nichia mit 42 Prozent Marktanteil. Nichia wurde bekannt durch die Erfindung der blauen LED, die überhaupt erst weißes LED-Licht ermöglicht.

Auf Platz 2 folgt die auf LEDs spezialisierte US-Firma Cree mit 10,6 Prozent Marktanteil. Auf Platz 3 liegt die japanische Showa Denko mit 7,7 % und dahinter die taiwanesische Epistar mit 6,9 %.

Viele Firmen stellen ihre LEDs aber nicht selber her, sondern verpacken sie nur. Deswegen ist der größte Länderproduzent von LEDs Taiwan mit 37,3 Prozent, gefolgt von Japan mit 24,2 Prozent und Korea mit 21,3 Prozent.

Das Geschäft teilt sich in zwei große Felder auf: LEDs werden zum einen für Displays bei Handys und seit kurzem auch immer mehr für LCD-Fernseher eingesetzt. Zum anderen wächst der Markt für LED-Beleuchtung in Geschäften bzw. in Wohnungen und Häusern in rasantem Tempo.

Toshiba konzentriert sich in den DACH-Staaten (= Deutschland, Austria, Schweiz) auf vier Segmente: Sogenannte Retrofits, das sind LED-Lampen in klassischer Glühbirnenform als Alternative zu herkömmlichen Energiesparlampen, Downlights (Einbaulichten), Ein- und Anbauleuchten für Bürogebäude sowie Außenleuchten. Zum Markteintritt gehört ein Stand auf der Messe Light + Building im April in Frankfurt.

Nach einer Schätzung von Philips machen LEDs bisher erst sechs bis acht Prozent des globalen Lampenmarktes von 45 bis 50 Milliarden Euro aus. Dieser Markt soll bis 2015 auf 80 Milliarden Euro wachsen und dürfte wegen des Handelsverbots für herkömmliche Glühbirnen fast komplett auf LEDs umschwenken.

In der Europäischen Union sind 100-Watt-Glühbirnen alter Bauart bereits verboten, in Japan soll die normale Glühbirne ab 2012 aus den Geschäftsregalen verschwinden.

Sharp bietet bereits LED-Lampen als Retrofit an, die sowohl von der Farbtemperatur wie von der Helligkeit herkömmlichen Glühlampen ebenbürtig sind. Zudem lassen sie sich dimmen und emittieren keine ultravioletten Strahlen, so dass die Auslagen in Textilgeschäften nicht leiden und auch keine Insekten angezogen werden. In Japan kosten solche Lampen noch rund 8.000 Yen (65 Euro), aber bei hohen Stromkosten amortisieren sie sich schnell.

Auf dem europäischen Markt sind derzeit die Siemens-Tochter Osram und der Philips-Ableger Lumileds noch stark. Aber sie sollten sich auf schnell wachsende Konkurrenz aus Fernost einstellen.

Foto oben: Toshiba / Foto unten: Sharp

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