VW steigt bei Suzuki ein
9. Dezember 2009
Tokio (JAPANMARKT) – Volkswagen und Suzuki haben eine Geschäfts- und Kapitalallianz vereinbart. Volkswagen übernimmt dabei 19,9 Prozent von Suzuki und bezahlt dafür 222,5 Milliarden Yen (1,7 Milliarden Euro). Der viertgrößte Automobilhersteller Japans beteiligt sich seinerseits an VW und wird bis zur Hälfte des Kaufpreises Aktien von VW erwerben. Die Beteiligungen sollen bereits bis Januar abgeschlossen werden, teilte VW am Mittwoch mit.
Von einer Verbindung würden beide Autohersteller profitieren. VW erhielte durch Suzuki einen optimalen Zugang zum zunehmend wichtigeren Markt in Indien sowie dringend notwendiges Knowhow für die Plattformen von Kleinstfahrzeugen, während Suzuki in VW einen verlässlichen Entwicklungspartner bekäme und auf moderne Hybrid- und Dieseltechnik zugreifen könnte. Außerdem würde sich Suzuki über VW Vorteile in China verschaffen. VW ist dort der zweitgrößte ausländische Autohersteller.
Über eine Partnerschaft zwischen den beiden Konzernen wurde schon länger spekuliert. VW-Chef Ferdinand Piech hatte Suzuki dafür gelobt, kleine Autos zu günstigen Preisen mit hoher Qualität zu bauen. Suzuki sei für VW eine interessante „waschechte Marke“.
VW käme mithilfe von Suzuki auch ihrem Ziel, bis 2018 Toyota als größtem Autokonzern der Welt abzulösen, einen großen Schritt näher. Suzuki verkaufte im Geschäftsjahr 2008/09 (bis 31.3.) weltweit 2,328 Millionen Automobile, davon zwei Drittel im Ausland, sowie 3,35 Millionen Motorräder.
Am interessantesten für Volkswagen ist die 54-prozentige Suzuki-Beteiligung an Indiens führendem Autokonzern Maruti Suzuki. Der Hersteller ist mit 50 Prozent Anteil Marktführer auf dem Subkontinent und konnte seinen Gewinn im letzten Quartal dank staatlicher Kaufanreize und brummender Exporte gegenüber dem Vorjahr auf 5,7 Milliarden Rupien (83 Millionen Euro) verdoppeln.
Volkswagen hat in Indien zwischen Januar und Oktober nur 16 000 Autos verkauft, während Maruti Suzuki im gleichen Zeitraum auf dem Heimatmarkt 544 000 Stück absetzte. Der indische Automarkt soll sich bis 2015 von jetzt 1,4 Millionen um über die Hälfte auf drei Millionen Fahrzeuge verdoppeln. In den nächsten fünf Jahren werde Maruti Suzuki ihre Produktionskapazität daher von derzeit 1 Million Stück um bis zu 75 Prozent erhöhen, berichtete die indische Economic Times.
Suzuki war früher mit General Motors verbunden. Zwischen 2006 und 2008 wurde die 20-prozentige GM-Beteiligung schrittweise zurückgekauft. Sie wird nun de facto an Volkswagen weitergereicht.
Präsident Suzuki hatte seine Firma mehrfach als „klein“ bezeichnet und suchte einen Technologie- und kapitalstarken Partner, ohne die traditionelle Eigenständigkeit aufzugeben.
Fotos: Suzuki Deutschland






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