Suzuki will keine VW-Marke werden

22. Januar 2010  

Tokio (JAPANMARKT) – Suzuki Motor pocht im Bündnis mit VW auf Eigenständigkeit. Eine höhere VW-Beteiligung als die vereinbarten 19,9 Prozent lehnte Suzuki-Chef Osamu  Suzuki ab. Falls VW mehr Aktien kaufen wolle, würde er darauf antworten, an dem Bündnis nicht zu rütteln und unverändert weiterzumachen, stellte Suzuki klar.

Damit scheint ausgeschlossen, dass Suzuki nach Porsche und MAN die zwölfte Marke im VW-Konzern werden könnte. Suzuki wolle seinerseits so schnell als möglich für 100 Mrd. Yen (770 Mill. Euro) Stammaktien von VW kaufen, was einem Anteil von etwas mehr als zwei Prozent entsprechen würde.

Doch wegen des geringen Streubesitzes sei dies an der Börse schwierig, erklärte der Firmenchef. Daher habe er es VW überlassen, Suzuki den Zugang zu solchen Aktien zu verschaffen. 90 Prozent der Stammaktien sind im Besitz von Großaktionären. Möglicherweise wird Porsche Anteile an Suzuki abtreten.

Zugleich schlug Suzuki versöhnliche Töne an. Sein Konzern stelle erst seit 30 Jahren Autos her. Die Produktion habe man vom langjährigen Partner General Motors gelernt. Wenn GM sozusagen der Grundschullehrer gewesen sei, so Suzuki, „dann ist VW unser Gymnasiallehrer und Universitätsprofessor“.

Relativ zu VW sei Suzuki eine mittelständische Firma. Man setze zwar 2,3 Millionen Autos jährlich ab, aber ein einzelnes Fahrzeug koste nur 4 000 bis 8 000 Euro. Das sei mit VW nicht zu vergleichen. Die Deutschen könnten aber von Suzukis Erfahrungen im Asien-Geschäft lernen.

Derzeit würden die beiden Firmen viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit diskutieren, berichtete Suzuki, der Ende Januar 80 Jahre alt wird. Im Einzelnen erwähnte er die gemeinsame Nutzung gleicher Bauteile und technische Hilfe bei der Entwicklung von Elektro- und Hybrid-Antrieben. Auch an einem sparsameren Benzinmotor sei Suzuki interessiert.

Gemeinsame Vertriebsnetze lehnte der langjährige Suzuki-Chef dagegen ab. Die beiden Firmen sollten Wettbewerber bleiben. Hier würde 1 plus 1 leicht 1,3 ergeben. In der Produktion betrage diese Summe eher 3 oder 4.

Suzuki äußerte aber die Hoffnung, dass VW ihren japanischen Partner beim Markteintritt in Brasilien unterstützt.

Volkswagen muss wohl noch eine Weile mit dem eigensinnigen und selbstbewussten Suzuki-Chef leben. Der wird zwar Ende Januar 80 Jahre alt. Doch er sieht sich selbst als 56-Jährigen, der sich durch Arbeit weiter fit hält.

Die Begründung: Früher sei man mit 70 Jahren alt gewesen, heute erst mit 100. Deshalb entsprächen 80 Jahre in Wirklichkeit einem Alter von 56.

Foto: Japanmarkt (alle Rechte vorbehalten)

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