Gaspedal löst Wirtschaftskrieg aus
4. Februar 2010
Tokio (JAPANMARKT) - Die USA nutzen Toyotas Qualitätsproblem, um ihre eigene Autoindustrie zu stärken. Die Regierung drohte dem Konzern mit Zivilstrafen, der Kongress setzte eine Anhörung an. “Wir sind noch nicht fertig mit Toyota“, sagte Verkehrsminister Ray LaHood und warnte die Toyota-Fahrer davor, ihr Auto zu benutzen.
Später zog LaHood die Bemerkung wieder zurück, kündigte aber ein Telefongespräch mit Toyota-Chef Akio Toyoda an, um sich über die Reaktionen des japanischen Konzerns ins Bild setzen zu lassen.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde will zudem untersuchen, ob die plötzlichen Beschleunigungen der Toyota-Autos nicht doch durch eine fehlerhafte Elektronik ausgelöst werden. Seit Jahren beharrt Toyota darauf, dass das Problem nur eine mechanische Ursache hat. Aber es wurde immer darüber spekuliert, dass der Bordcomputer oder elektronische Störungen die Drosselklappe beeinflussen.
Die japanischen Hersteller hatten den “großen Drei” - General Motors, Chrysler und Ford - in den letzten zwei Jahrzehnten stetig Marktanteile abgenommen. Dann hatte Toyota General Motors als größten Autohersteller der Welt abgelöst. Das meistverkaufte Auto in den USA ist seit Jahren der Toyota Camry. Die Verstaatlichung von GM und der Einstieg von Fiat bei Chrysler haben das US-Selbstbewusstsein zusätzlich gedemütigt.
Offenbar sieht die US-Politik in dem Millionenrückruf wegen eines klemmenden Pedals eine gute Gelegenheit, gegen die Japaner zurückzuschlagen und Punkte für die eigenen Hersteller zu sammeln.
Die US-Konkurrenten und die Koreaner kennen keine Gnade und machen mit: Mit gezielten Rabattangeboten wollen sie Toyota-Kunden abwerben - nicht gerade die feine Art.
Unterdessen hagelt es weiter schlechte Nachrichten für Toyota. Nach dem Millionen-Rückruf ist der Absatz in den USA im Januar um ein Sechstel auf ein Zehnjahrestief eingebrochen.
Die Pannenserie weitete sich mit Beschwerden über mangelhafte Bremsen beim Hybridmodell Prius aus. In den USA soll es 100 Fälle und in Japan 14 Fälle gegeben haben.
Für den Absatzknick in den USA machte Toyota den Verkaufsstopp für acht Modelle verantwortlich. „Es ist sehr schwer, die Wirkung des Rückrufs einzuschätzen“, wiegelte Bob Carter, Toyota-Vize in den USA, ab.
Doch in der japanischen Konzernzentrale ist man ehrlicher. Nach großen Rückrufen breche der Absatz in der Regel um über 20 Prozent ein, räumte Toyota-Vizepräsident Shinichi Sasaki, zuständig für die weltweite Qualität, ein.
Er stellte auch das Absatzziel von 8,3 Millionen Fahrzeugen für 2010 in Frage.
Foto: Toyota-Chef Akio Toyoda / Quelle: Japanmarkt (alle Rechte vorbehalten)






Ehrlich gesagt finde ich es sehr schade, dass ausgerechnet Toyota mit solch einem Problem zu kämpfen hat. Der Hersteller hat sich meiner Meinung nach immer als besonders sicher hervorgehoben und konnte durch ein großartiges Preis-/Leistungsverhältnis punkten. Man darf auf jeden Fall schwer gespannt sein, wie sich die Situation für Toyota und natürlich auch die anderen großen Konzerne entwickeln wird.
Natürlich ist das ein Depakel, wo doch besonderns Toyota eigentlich für zuverlässigkeit steht.
Das hinterlässt mit Sicherheit seine spuren. Allerdings sollte man auch darüber nachdenken, dass andere
Autohersteller auch viele Rückrufaktionen hinter sich haben. Man denke an VW und Audi, da fängts bei Achsteilen an,
geht über Magnetschalter bis hin zu Zweimassenschwungrädern. Nur das diese Rückrufaktion halt alle nach und nach auftreten
und nicht so massiert wie nun bei Toyota. Für mich ist das ein generelles Problem der Quallität der Teile(-Hersteller).
Gruß
Wolf
Das die billige Produktion sich irgendwann äussert war klar. Es wird wohl auch nicht bei dem Gaspedal bleiben
Na klar, Herr Schulte, endlich kann man mal so richtig drauf hauen. Scheiß Toyota, scheiß Japaner…
Dass Toyota Maßstäbe gesetzt hat, x-Jahre die Pannen- und Verkaufsstatistiken angeführte und es deshalb nichts zu meckern gab wird jetzt vergessen. Wenn der Gegner “Schwäche” zeigt wird das gnadenlos ausgenutzt. Argumente? Keine. Nur das Vorurteil, Toyota produziere “billig”, was nur eines Verrät: Ihre absolute Ahnungslosigkeit wie Toyota arbeitet.
Ich bitte Sie, es so zu halten wie Dieter Nuhr es rät:
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die…
P.S. Ich selbst fahre einen VW. Das Gebrauchtwagenangebot war einfach günstiger.