Großer Durst auf Getränke gegen Kater

19. Februar 2010  

Tokio (JAPANMARKT) – Der japanische Markt für Gesundheitsgetränke gegen die Folgen von übermäßigem Alkoholgenuss boomt. Innerhalb von fünf Jahren hat sich der Umsatz mit solchen Funktionsdrinks auf 33 Milliarden Yen (270 Millionen Euro) verfünffacht.

Neunzig Prozent des Marktes ist in der Hand von „Ukon no Chikara“, zu Deutsch „Gelbwurz-Kraft“. Die kleinen messingfarbenen Flaschen stehen zu Preisen um 200 Yen in jedem Supermarkt und Konbini-Laden.

Ukon no Chikara, ein Produkt von House Foods, wurde im Mai 2004 auf den Markt gebracht. Das Getränk soll den Kater nach zu viel Alkoholkonsum mildern und beseitigen.

Es enthält Gelbwurz, eine mit dem Ingwer verwandte Pflanze, die vor rund 1000 Jahren aus China nach Japan kam und heute vor allem in Okinawa angebaut wird.

Laut dem japanischen National Institute of Health and Nutrition hilft Kurkuma, der wichtigste Bestandteil von Gelbwurz, in Tierexperimenten bei der Bekämpfung von Krebs und stärkt die Funktionen der Leber.

Eine heilende Wirkung bei einem Kater ist zwar nicht nachgewiesen, doch das Marketing setzt auf diesen Effekt. Dabei hilft die japanische Tradition von pflanzlichen Heilmitteln.

Jede Flasche enthält 100 Milliliter einer leicht süßlich schmeckenden Flüssigkeit mit 30 Milligramm Kurkuma. Als Gewürz ist Kurkuma, zum Beispiel als Curry-Bestandteil, leicht bitter.

Angesprochen wurden zunächst Männer mittleren Alters, die häufig nach der Arbeit mit ihren Kollegen noch ausgehen und etwas nüchterner zuhause ankommen wollen.

Inzwischen gibt es auch eine Variante mit Johannisbeer-Geschmack für Frauen sowie eine etwas teurere „starke“ Super-Version mit mehr Kurkuma.

Vorbild für die zwei neuen Varianten ist die Produktfamilie von Lipovitan D, Japans meistverkauftes Funktionsgetränk und ein Vorläufer der österreichischen Kultlimonade Red Bull. Allein von Lipovitan D werden jährlich 800 Millionen Fläschchen in Japan verkauft.

Viele Japaner trinken eine Flasche Ukon no Chikara vor dem Ausgehen und eine weitere danach. House Foods empfiehlt aber, täglich nur eine Flasche zu konsumieren.

Inzwischen haben auch die Hersteller Lotte und Ajinomoto mit eigenen Anti-Kater-Getränken nachgezogen.

Foto: House Foods

Kommentare

2 Kommentare zu “Großer Durst auf Getränke gegen Kater”

  1. Eurasian am 30. April 2010

    Es hilft wirklich - bei mir zumindest… erstaunliches Zeug, gibt es auch in Tablettenform zum Einnehmen oder zum Lutschen!

  2. Andreas am 7. Mai 2010

    Hallo!
    Ich hätte da ein paar Fragen :-)
    Wie heißen denn die Tabletten?
    Gibt es ein deutschsprachiges Etikett oder Zutatenverzeichnis?
    Ist das Getränk in D erhältlich?

    Grüße

    Andreas

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