Rollende Todeskammer für herrenlose Hunde

8. März 2010  

Tokio (JAPANMARKT) – Japan gilt als das Land der exzessiven Hundeliebe, doch Tausende der Vierbeiner werden jedes Jahr von ihren Besitzern ausgesetzt. Viele staatliche Sammelzentren sind mit der wachsenden Zahl von herrenlosen und streunenden Tieren bereits heillos überfordert.

Die Präfektur Tokushima hat auf dieses Problem mit dem Einsatz von rollenden Todeskammern für diese Tiere reagiert.

Wenn sich für ein herrenloses Tier innerhalb weniger Tage kein neuer Besitzer finden lässt, wird es in eine Metallkiste gesteckt und mit einem Achttonner-Lastwagen zum Tierkrematorium gefahren.

Unterwegs leitet der Lastwagenfahrer geruchloses Kohlendioxid in die Box, so dass die Tiere erst einschlafen und dann ersticken. Die Kästen sind je 1,2 Meter breit und hoch und 1,5 Meter lang.

Wenn der Laster nach einer Stunde den Verbrennungsofen erreicht, sind die Tiere bereits tot.

Auf diese Weise werden in Tokushima jährlich zwischen fünf- und zehntausend Hunde- und Katzen beseitigt.

Früher wurden die Hunde und Katzen vor dem Transport in den Tierzentren getötet, doch darüber hatten sich viele Anwohner beschwert.

Inzwischen verwenden auch andere Bezirke wie Nara die gleiche Methode, um die Zahl der herrenlose Haustiere einzudämmen.

Nach Angaben des Umweltministeriums nahmen im Jahr 2007 staatliche Tierheime in Japan 336 349 verlassene Hunde und Katzen auf. Von ihnen wurden 89 Prozent getötet. Nur 36 121 Katzen und Hunde fanden einen neuen Besitzer.

Mehr unter: http://www.asahi.com/english/TKY201002220336.html

Foto im Artikel: flickr/suviko; Foto Homepage: flickr/rtarga

Kommentare

Bitte schreiben Sie hier Ihren Kommentar...
Hier gibt es mehr Informationen, falls Sie ein Profilbild mit ihrem Kommentar anzeigen möchten gravatar!