Reiche und gebildete Einwanderer bevorzugt

21. Januar 2010  

Tokio (JAPANMARKT) - Japan will gut ausgebildete und verdienende Ausländer bevorzugt als Einwanderer anwerben, doch benötigt werden Arbeitskräfte in der schlecht bezahlten Alten- und Krankenpflege. Diese neue Einwanderungspolitik hat eine Expertenkommission dem Justizministerium vorgeschlagen.

Als Messlatte für die Einwanderung nach Japan soll nach dem Vorbild von Großbritannien und Kanada ein Punktesystem eingeführt werden. Je besser die Ausbildung, je größer die professionelle Erfahrung und je höher das Einkommen, desto schneller erhalten diese Ausländer eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.

Bisher müssen Ausländer, die nicht mit japanischen Bürgern verheiratet sind, mindestens zehn Jahre warten, bis sie ein Dauervisum für Japan erhalten. Diese Zeit soll je nach Punktezahl auf fünf Jahre verkürzt werden.

Die Regierung hofft, auf diese Weise mehr Ärzte, Forscher, Rechtsanwälte und Unternehmer ins Land zu locken und damit trotz Bevölkerungsschwund das wirtschaftliche Wachstum zu sichern.

Dagegen sollen die Nikkeijin - also Ausländer japanischer Abstammung - nicht mehr wie bisher bevorzugt behandelt werden. Sie müssen künftig nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt in Japan selbst verdienen können.

Doch eine solche Einwanderungspolitik geht an den Realitäten vorbei. Der wirkliche Bedarf kommt aus einem ganz anderen Bereich.

In einer Umfrage des Tokyo Council of Social Welfare erklärten kürzlich mehr als dreißig Prozent der Altersheime im Großraum Tokyo, dass sie ausländische Pflegekräfte einstellen wollen.

Derzeit arbeiten in 101 Heimen knapp 200 Ausländer, die Hälfte davon aus den Philippinen, gefolgt von Pflegekräften aus China, Taiwan und Südkorea.

Als Hauptproblem nannten die Altersheime die mangelhafte Sprachfähigkeit der ausländischen Mitarbeiter.

Ein neues Einwanderungsgesetz wird voraussichtlich erst 2011 ins Parlament kommen.

Es ist bereits die fünfte Expertenkommission, die der Regierung dazu Vorschläge unterbreitet.

Mehr unter: http://www.asahi.com/english/TKY201001200499.html

Foto: flickr / d’n'c

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