Fettnäpfchen (1): Visitenkarten

17. Dezember 2009  

Tokio (JAPANMARKT) – In einer neuen Serie zeigen wir Ihnen, wie Sie Fettnäpfchen in Japan vermeiden können. Unsere Tipps stammen aus dem soeben erschienen Japan-Ratgeber von Rita Menge, der auf realen Fällen aus dem Geschäftsalltag beruht. Wir beginnen mit ihren Praxis-Tipps für Visitenkarten.

Nehmen Sie bei Geschäftsterminen mindestens doppelt so viele Visitenkarten mit, wie Sie zu benötigen glauben.

Bewahren Sie Ihre Visitenkarten nicht im Portemonnaie auf. Auch die Hosentasche ist unangebracht. Dies wird als Respektlosigkeit betrachtet.

Besorgen Sie sich Visitenkartenhalter oder -etui, möglichst nicht zu klein.

Lassen Sie sich zweisprachige Visitenkarten drucken, wenn Sie oft mit Japanern zu tun haben.

Eine Seite englisch, eine Seite japanisch. Ihren Namen sollten Sie in katakana (die japanische Silbenschrift für ausländische Worte) und keinesfalls in kanji (chinesische Zeichen) schreiben lassen, da Japaner die hier passenden Aussprachen eventuell nicht zuordnen können.

Beschriften Sie Visitenkarten nicht, weder Ihre eigenen noch die erhaltenen.

Überreichen Sie nur perfekt aussehende Karten, keinesfalls geknickte oder verschmutzte Karten verwenden.

Überreichen Sie die Karte mit zwei Händen.

Halten Sie die Karte beim Überreichen so, dass Ihr Gegenüber sie lesen kann, also aus Ihrer Sicht auf dem Kopf stehend.

Nehmen Sie die angebotene Karte mit beiden Händen. Die übrigen Karten halten Sie mit dem kleinen Finger in Ihrer Hand fest.

Schenken Sie der Karte Ihres Gegenübers Aufmerksamkeit. Am häufigsten wird der Name wiederholt, dessen Aussprache ausprobiert und über die Zuständigkeit gesprochen.

Die Äußerung: ‚The correct pronounciation is…‘ wird als unhöflich betrachtet. Berichtigen Sie die Aussprache Ihres Namens nur, indem Sie ihn wiederholen und dabei kein –san anhängen.

Legen Sie während des Meetings die Visitenkarten so vor sich, wie die Japaner Ihnen gegenüber sitzen.

Machen Sie sich auf einem Blatt Notizen zu Aussehen und Besonderheiten der einzelnen Personen, die Sie nach dem Meeting auf die Visitenkarten übertragen können. Es kommt gut an, wenn man beim nächsten Treffen die Japaner wiedererkennt und etwas über sie weiß. Japaner sind große Könner darin.

Diese Empfehlungen beruhen auf dem Buch:
Rita Menge, Praxisführer Japan. Fettnäpfchen gekonnt vermeiden. Königshausen&Neumann
188 Seiten, 19,80 Euro, ISBN:978-3-8260-4158-7

Die Autorin erreichen Sie unter www.hikaru-online.de.

Bild: Rita Menge (alle Rechte vorbehalten) - Hier sehen Sie die korrekte Art, eine Visitenkarte zu überreichen. In der linken Hand kann man die bereits empfangene Karte, festgehalten mit dem kleinen Finger, sehen.

Kommentare

Ein Kommentar zu “Fettnäpfchen (1): Visitenkarten”

  1. Fettnäpfchen (2): Meetings : JAPANMARKT am 18. Dezember 2009

    [...] Das 1. Fettnäpfchen zu Visitenkarten finden Sie hier. [...]

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