Kommt noch mehr billiges Geld?
6. März 2010
Tokio (JAPANMARKT) - Die Bank von Japan lockert offenbar demnächst erneut ihre geldpolitischen Zügel. Nach einem Bericht in der Finanzzeitung Nihon Keizai wird sie schon in der nächsten Woche darüber diskutieren. Prompt begrüßte Finanzminister Naoto Kan die Bereitschaft der Währungshüter, mehr gegen die Deflation zu unternehmen.
Wenige Tage zuvor hatte er sich „gewünscht“, dass die Inflation schon dieses Jahr zurückkehrt. Die Bank von Japan erwartet dagegen bis 2012 fallende Preise.
Mit dem Zeitungsbericht wächst der Druck seitens der Regierung auf die Notenbank, durch neue Impulse in der Geldpolitik die Deflation zu bekämpfen. Dabei denkt sie - nicht ganz uneigennützig - auch an andere Nebenwirkungen der quantitativen Lockerung:
Sie schwächt den Yen, kurbelt den Export an, erleichtert die Neuverschuldung und ersetzt Konjunkturhilfen – ein solcher Aufschwung aus der Notenpresse würde der Regierung daher helfen, die Oberhauswahl im Juli zu gewinnen. Sie selbst hat wegen des riesigen Schuldenberges kaum noch Spielraum für Wirtschaftsanreize.
Am Aktienmarkt folgt man diesen Überlegungen: Der Nikkei verzeichnete am Freitag mit 2,2 Prozent den höchsten Tagesgewinn in diesem Jahr.
Finanzminister Kan drängt schon seit Monaten auf neue Geldschleusen. Im Dezember hatte die Notenbank dem Druck nachgegeben und einen neuen Kredittopf mit 10 Billionen Yen (82 Milliarden Euro) zum Leitzins von 0,1 Prozent bereitgestellt. Dafür gab es von den Geschäftsbanken große Nachfrage.
Doch seitdem beteuerten die Währungshüter, ihre geldpolitischen Maßnahmen seien ausreichend. Ein Inflationsziel lehnten sie ebenso ab wie den verstärkten Ankauf von Staatsanleihen.
Angesichts des hohen politischen Drucks scheint es aber nur eine Frage der Zeit sein, wann die Bank von Japan wieder nachgibt.
Stattdessen wird bereits darüber spekuliert, welche Maßnahmen sie ergreift und ob diese ausreichend sind.
Sie könnte zum Beispiel das Angebot der Billigkredite verlängern oder ausweiten - entweder schon bei der Sitzung des Geldpolitischen Rats nächste Woche oder erst im April - das wäre etwas gesichtswahrender. Schließlich hatte Notenbankchef Masaaki Shirakawa schon im Februar mehr Respekt gefordert (JAPANMARKT berichtete).
Foto: flickr/JIM






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