Renaissance für Bank-Aktien

16. Januar 2010  

Tokio (JAPANMARKT) – Der japanische Aktienmarkt zeigt weiter Stärke. Der Nikkei ging mit +0,7 Prozent bei 10 982 Yen auf Tageshoch und dem höchsten Stand seit 15 Monaten ins Wochenende, während der Topix um 0,8 Prozent auf 966 Punkte zulegte. Treibende Faktoren waren ein neuer Optimismus für Bank-Aktien und die guten Zahlen des US-Chipkonzerns Intel.

Der Handel war mit 3 Milliarden Aktien den dritten Tag hintereinander kräftig, was allerdings teilweise durch das lebhafte Geschäft mit Aktien von Japan Airlines (JAL) bedingt war. Seit Jahresanfang wechselten über 2,8 Milliarden JAL-Stücke den Besitzer, nachdem sich immer stärker eine Insolvenz abgezeichnet hatte. Der Nikkei konnte über die Woche 1,7 Prozent gewinnen und hat nun den Stand von Anfang Oktober 2008 erreicht. Der Topix wuchs um im Wochenvergleich um 0,8 Prozent.

Starke Beachtung fand die Rückkehr der ausländischen Investoren an den Kabutocho. In der ersten Januar-Woche erwarben sie an den Börsen in Tokio, Osaka und Nagoya netto für 708 Milliarden Yen (5,3 Milliarden Euro) Aktien, so viel wie zuletzt im März 2004. Es war die siebte Woche mit Netto-Käufen hintereinander.

Ihr Engagement dürfte zum einen antizyklisch begründet sein, nachdem der Topix 2009 nur 5,6 Prozent gewonnen und damit von 40 großen Indizes weltweit am schlechtesten abgeschnitten hatten. Zum anderen sind einige ausländische Portfolios in japanischen Titeln untergewichtet und korrigieren dies jetzt.

Auftrieb erhielten die Indizes von einem anhaltenden Interesse an Bankwerten. Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) gewann 3,5 Prozent, die Finanzgruppe Sumitomo Mitsui 5,2 Prozent und Mizuho Financial Group 3,8 Prozent. Resona sprang sogar um 9 Prozent und war damit der stärkste Wert im Nikkei.

Inzwischen wächst die Zuversicht, dass die Banken ihre Gewinne steigern können, während die Angst vor weiteren Kapitalaufnahmen nach den Emissionen von MUFG und SMFG abgenommen hat. Angeblich deckten sich auch Leerverkäufer mit Bankpapieren ein. Banken sind mit einem Kurs-Buch-Verhältnis von 0,8 relativ zum Topix mit seinen 1,2 preiswert.

Von den guten Intel-Quartalszahlen profitierten Technologie-Werte. Advantest, der größte Hersteller von Chip-Prüfinstrumenten, stieg um 2,6 Prozent, während es bei Tokyo Electron, dem weltweit zweitgrößten Produzenten von Chip-Fertigungsanlagen, um 2,2 Prozent aufwärts ging. Dainippon Screen Manufacturing aus derselben Branche verzeichnete ein Plus von 4,4 Prozent.

Am stärksten wurde der Topix von Stahlwerten belastet. Grund war die Nachricht, dass der Eisenerz-Absatz auf einen Rekordwert gestiegen ist. Die Anleger befürchteten deshalb steigende Preise und verkauften Stahltitel: Nippon Steel, Japans größer Hersteller, sank um 1,6 Prozent und Konkurrent JFE Holdings um 3,4 Prozent.

Shiseido sprang 5,1 Prozent nach der freundlichen Übernahme eines US-Herstellers. Mitsubishi Motors war mit +7,5 Prozent besonders gefragt. Eine Zeitung hatte berichtet, dass die Produktion des Elektroautos iMIEV ab April um ein Fünftel auf 8,500 Stück erhöht wird.

Foto: flickr / ehnmark

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