Mini-Heizkraftwerke für zuhause im Test
15. Januar 2010
Köln/Tokio (JAPANMARKT) - Toyota steigt in das Geschäft mit Brennstoffzellen für Privathäuser ein. In einem breit angelegten Feldversuch wird der Autohersteller die Praxistauglichkeit von stationären Heizkraftwerken mit Feststoff-Brennstoffzellen-Technik (Solid-Oxide-Fuel-Cell = SOFC) für den Heimgebrauch testen.
Das Mini-Kraftwerk wurde gemeinsam mit Aisin Seiki, Osaka Gas und dem Elektronikkonzern Kyocera entwickelt.
Insgesamt 30 Einheiten werden in ausgewählten Privathaushalten installiert und versorgen die Anwender mit Strom und Warmwasser. Der Versuch soll in den kommenden Monaten Informationen für eine künftige Kommerzialisierung dieser Technik liefern und ist Teil des sogenannten “Solid Oxide Fuell Cell Verification Project” der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO), die neue Möglichkeiten der Energieversorgung entwickelt.
Die auf Eigenheime zugeschnittenen Heizkraftanlagen mit Feststoff-Brennstoffzellen-Technik liefern Wärme und elektrischen Strom. Der aus Erdgas als Energieträger abgespaltene Wasserstoff reagiert dabei in den Zellen des Stromgenerators mit Luftsauerstoff zu Wasser. Bei dieser Reaktion fließen unter Wärmebildung Elektronen, die den Strom generieren. Die Abwärme entweicht nicht ungenutzt, sondern heizt über einen Wärmetauscher Wasser in einem separaten Tank auf.
Die dem NEDO-Projekt zur Verfügung gestellten Heizkraftanlagen der jüngsten Generation sind ein Drittel leichter und kompakter als die Vorgängermodelle. Die Installation in Wohnhäusern bereitet daher keinerlei Probleme mehr. Der Stromgenerator misst 93 cm x 58 cm x 30 cm (L/B/H) und liefert 700 Watt elektrische Leistung.
Die Abwärme wird über einen Wärmetauscher für die Warmwasserversorgung des Hauses genutzt. Diese Anlage fasst rund 70 Liter Wasser, besitzt die Maße 170 cm x 70 cm x 30 cm (L/B/H) und erhitzt das Wasser auf bis zu 70 Grad Celsius.
Auch der Volkswagen-Konzern sieht im Energie-Geschäft eine Zukunft. Im vergangenen Herbst schloss VW eine Partnerschaft mit einem deutschen Stromanbieter, um 100.000 hocheffiziente Mini-Kraftwerke an normale Verbraucher zu verkaufen. Die Kraftwerke sollen dieses Jahr auf den Markt kommen und basieren auf gasbetriebenen Industriemotoren.
Kyocera hat ihrerseits die Brennstoffzellen-Technik für Mini-Krafwerke verbessert und zusammen mit Tokyo Gas einen groß angelegten Feldversuch begonnen. Es geht dabei um eine Verkleinerung der bisherigen Anlagen.
Beim Einsatz von Brennstoffzellen für Privathaushalte ist Japan international am weitesten. Seit Mitte 2009 können Privatkunden vom Staat hochsubventioniert eine Brennstoffzelle für zuhause kaufen. Die energieeffizienten Anlagen sollen den Ausstoß von Kohlendioxid zuhause um die Hälfte senken.
Mehr unter: http://emagazine.credit-suisse.com/index.cfm?fuseaction=OpenArticle&aoid=269608
Foto: Tokyo Gas / Brennstoffzelle Enefarm






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