Japans Wirtschaft wächst schneller

18. Mai 2017 von  

Japans Wirtschaft wächst schnellerTokio (JAPANMARKT/fr) – Die japanische Wirtschaft hat ihr Wachstum im Auftaktquartal 2017 stärker als erwartet beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 0,5 Prozent zum Vorquartal. Zwei Faktoren stützten den Aufschwung.

Höchste Rate seit Anfang 2016

Die Wachstumsrate von 0,5 Prozent ist der höchste Wert seit einem Jahr, als 0,6 Prozent erreicht wurden. Im Schlussquartal 2016 hatte sich Japans Wirtschaft nur um revidierte 0,3 Prozent (zum Vorquartal) gesteigert. Zugleich ist Japans Wirtschaft das fünfte Quartal in Folge gewachsen. Das ist die längste Aufwärtsphase seit 2006.

Der größte Beitrag zum Wachstum stammte von der Binnennachfrage. Die Verbraucher steigerten ihre Ausgaben um 0,4 Prozent zum Vorquartal, als der private Konsum noch stagnierte. Das könnte bedeuten, dass die Konsumenten die Erhöhung der Mehrwertsteuer im April 2013 endgültig verkraftet haben.

Andererseits kann der private Konsum, der 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung beisteuert, nur dann stabil bleiben und weiter zulegen, falls die Verbraucher auch mehr im Portemonnaie haben. Doch die realen Einkommen fielen im abgelaufenen Quartal um 0,1 Prozent das zweite Quartal hintereinander.

Kapitalausgaben als Sorgenpunkt

Der zweite Stützpfeiler für das Wachstum waren die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen, die vor allem dank einer guten Weltkonjunktur um 2,1 Prozent anstiegen. Es war das dritte Quartal mit Exportwachstum hintereinander. Allerdings schwächte sich die Rate gegenüber dem Schlussquartal 2016 ab.

Ein Sorgenpunkt sind erneut die Kapitalausgaben der Unternehmen. Nach einem Sprung um 1,9 Prozent im Vorquartal stiegen sie nur noch um 0,2 Prozent (jeweils zum Vorquartal). Nach Ansicht von Analysten verzögern viele Unternehmen derzeit wegen der unklaren Handelspolitik der USA neue Investitionen (JAPANMARKT Online berichtete).

Alles in allem scheint Japans Wirtschaft stabil und stetig zu wachsen. Allerdings gilt die erste Schätzung des Bruttoinlandsquartals als notorisch unzuverlässig und wird bei der zweiten Schätzung nicht selten kräftig korrigiert. Dies liegt unter anderem an den Daten zu den Kapitalausgaben, die erst nach der ersten Schätzung vorliegen.

Foto: Hochhäuser in Shinjuku/Tokio (flickr/Wally Gobetz CC BY-NC-ND 2.0)

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