Auslandsvermögen stützen japanische Wirtschaft

15. Mai 2017 von  

Auslandsvermögen stützt japanische WirtschaftTokio (JAPANMARKT/fr) – Der Überschuss in Japans Leistungsbilanz ist wieder auf das Niveau vor der Finanzkrise gestiegen. Dabei zeigt sich: Die Erträge aus Investitionen im Ausland haben den Exporten den Rang abgelaufen. Das kommt nicht ganz überraschend.

Überschuss wächst seit 2014

Die Leistungsbilanz erfasst alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft. Ein Überschuss gilt als ein Indiz für wirtschaftliche Stärke. Japan gehört traditionell zu den Ländern mit einem Überschuss in der Leistungsbilanz, was die Finanzierung neuer Staatsschulden im Inland ohne ausländische Kapitalhilfe erleichtert.

Nach der Tsunami-Katastrophe vom März 2011 war der Saldo der Leistungsbilanz bis zum Fiskaljahr 2013 auf 2 Billionen Yen (16,1 Milliarden Euro) besorgniserregend tief gesunken. Seitdem ging es aber durch die Abwertung des Yen, den Rückgang des Ölpreises und höhere Exporte wieder aufwärts.

Ertragreiche Auslandsanlagen

Im abgelaufenen Haushaltsjahr 2016 (bis 31.3.17) kletterte der Überschuss um 13 Prozent auf 20,2 Billionen Yen (164,2 Milliarden Euro). Das entspricht 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zugleich lag der Überschuss erstmals seit 2007, dem Jahr vor dem Zusammenbruch der Lehman-Bank, wieder über der Marke von 20 Billionen Yen.

Dabei fällt die Zunahme des erzielten Einkommens aus Vermögensanlagen auf. Der Überschuss im Warenhandel stieg zwar um den Faktor 17 zum Vorjahr auf 5,8 Billionen Yen. Aber das ist mehr als drei Mal weniger als Japans Einkommen aus Auslandsanlagen in Höhe von 18,4 Billionen Yen.

Export-Bedeutung schrumpft

Diese Kapitaleinkommen entsprechen nun fast 90 Prozent des Überschusses der Leistungsbilanz. Dagegen entspricht der Warenhandelsüberschuss nur 28,5 Prozent des Überschusses der Gesamtbilanz. Die Rückflüsse aus Investitionen im Ausland stützen die Wirtschaft also viel mehr als die Warenexporte.

Hauptgrund sind die gestiegenen Erträge wie Dividenden aus Beteiligungen an ausländischen Unternehmen, die sich 2016 auf 7,5 Billionen Yen mehr als verdoppelten. Diese Entwicklung wiederum ist eine Folge der rekordhohen Auslandszukäufe vieler japanischer Unternehmen in den vergangenen Jahren.

Foto: flickr/Japanexperterna.se CC BY-SA 2.0

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