Japans Verbrecher geben auf

17. März 2017 von  

Japans Verbrecher geben aufTokio (JAPANMARKT/fr) – Die Existenz als Yakuza – also als Mitglied einer organisierten Verbrecherbande in Japan – lohnt sich nicht mehr. Die Zahl dieser Bandenmitglieder schrumpfte 2016 dramatisch, nämlich um fast ein Sechstel zum Vorjahr.

Niedrigster Stand seit 1958

Nach Angaben der Nationalen Polizeiagentur, vergleichbar dem deutschen Bundeskriminalamt, ist die Zahl der Angehörigen von Yakuza-Gruppen zu Ende 2016 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 39.100 gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit 1958, als die Zählung der Mitgliedschaft begann.

Damit ist die Zahl der Yakuza-Mitglieder das zwölfte Jahr in Folge gesunken. Die Zahl der registrierten Mitglieder fiel auf 18.100 und damit erstmals unter die Marke von 20.000. Die Zahl der halb-registrierten Mitglieder, die mit den Aktivitäten der Yakuza zu tun haben, sackte um 22 Prozent auf 20.900.

Die Justiz- und Aufsichtsbehörden ließen die japanischen Mafiabanden lange Zeit gewähren. Das Prinzip, das Verbrechertum zuzulassen, diente dazu, Quantität und Qualität ihrer Verbrechen zu begrenzen. Aber diese Duldung belastete das Ansehen der Justiz. Daher begann man seit Mitte der neunziger Jahre, die Bandenmitglieder unter Druck zu setzen.

Ohne Kredit und Bankkonto

Ab 2011 zogen alle Präfekturen die Daumenschrauben stärker an. Bauunternehmen, die mit der Yakuza zu tun haben, erhalten keine Aufträge mehr. Den Bandenmitgliedern wird die Existenzgrundlage entzogen. Banken dürfen ihnen keine Kredite und nicht einmal Bankkonten gewähren und Immobilienfirmen nicht an sie vermieten.

Die erfolgreiche Bekämpfung der Bandenkriminalität hat ihre Schattenseite: Denn die Aussteiger unter den Yakuza, leicht an ihren Tätowierungen zu erkennen, finden nur schwer reguläre Arbeit. Laut der Polizeistatistik wurde mehr als jeder Vierte von knapp 9.200 offiziellen Ex-Yakuza innerhalb von zwei Jahren nach dem Ausscheiden straffällig, meist mit Diebstählen.

Foto: Yakuza beim Sanja-Festumzug (flickr/Ari Helminen CC BY 2.0)

Kommentare

2 Kommentare zu “Japans Verbrecher geben auf”

  1. » Japans Verbrecher, die Yakuza, werfen das Handtuch : JAPANMARKT am 18. März 2017

    […] Japans Verbrecher, die Yakuza, werfen das Handtuch […]

  2. Marco Rafailovic am 25. März 2017

    Mich würde interessieren wie der Trend bei andere kriminelle Vereinigungen ausschaut – bspw. die chinesischen Triaden.
    Gibt es darüber auch Informationen?
    Gruß
    Marco

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