Toshiba will bald wieder schwarze Zahlen schreiben

14. März 2017 von  

Tokio (JAPANMARKT/fr) – Trotz des geplanten Verkaufs der Chip-Sparte und ohne die US-Atomtochter Westinghouse will Toshiba in den nächsten drei Jahren steigende Gewinne erzielen. Die Bilanzvorlage wurde jedoch erneut verschoben.

Erneute Bilanz-Verschiebung

Wie zuvor wurde die Verzögerung damit erklärt, dass Westinghouse-Manager im vergangenen Quartal “unangemessenen Druck” bei der Bewertung von Stone & Webster ausgeübt hätten. Man wolle nun prüfen, ob dies auch in den Vorquartalen geschehen sei, bevor die Bilanz veröffentlicht werde.

Die Buchprüfer rechneten jedoch nicht mit einer Korrektur, erklärte Toshiba. Die Tokioter Börse bewilligte eine neue Vorlagefrist bis zum 11. April. Letzter Termin ist der 21. April. Danach wird die Börse die Aussetzung der Notierung prüfen. Damit tickt die Uhr für den einstigen Vorzeigekonzern der Japan AG.

Toshiba will seine “strategischen Optionen” bei der verlustreichen US-Atomtochter Westinghouse “aggressiv” prüfen. Doch man ließ offen, ob man einen Mehrheitsanteil verkaufen oder US-Gläubigerschutz beantragen will. Westinghouse hat die Spezialbaufirma Stone & Webster im Gepäck, die für die Wertberichtigung von 712,5 Milliarden Yen (5,8 Milliarden Euro) bei Toshiba verantwortlich ist.

Gewinne in den nächsten Jahren

Aber Toshiba machte seinen gebeutelten Aktionären mit einem mittelfristigen Geschäftsplan Mut. Danach soll der operative Gewinn von 70 Milliarden Yen (574 Millionen Euro) im kommenden Geschäftsjahr 2017 (ab 1.4.) auf 210 Milliarden Yen im Geschäftsjahr 2019 steigen.

Diese Prognose überrascht insofern, als dass nach eigenen Angaben durch den geplanten Verkauf der Chip-Sparte und eine Ausgliederung der AKW-Sparte aus der Gruppe der Umsatz um 30 Prozent auf 3,9 Billionen Yen (32 Milliarden Euro) schrumpfen würde.

Foto: gettyimages

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