Supraleitende Magnete haben noch Zukunft

14. März 2017 von  

Supraleitende Magneten haben noch ZukunftTokio (JAPANMARKT/fr) – Die einst vielversprechende Technologie der Supraleitung wird kaum noch erwähnt. Aber Mitsubishi Electric glaubt an ihre Zukunft und baut eine neue Magnetfabrik.

60 Prozent mehr Kapazität

Die neue Fertigungsanlage für supraleitende Magnete in Ako in der Präfektur Hyogo wurde jetzt in Betrieb genommen. Dort werden die Magnete gewickelt und in Trockenöfen fertig produziert. Die bisherige Kapazität des Konzerns steigt dabei zunächst um ein Viertel.

Mit der Inbetriebnahme weiterer Anlagen kann Mitsubishi Electric im Verlauf der nächsten Jahre insgesamt bis zu 60 Prozent mehr produzieren. Das Ziel ist eine Absatzsteigerung bis 2021 um 70 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr auf 9 Milliarden Yen (74 Millionen Euro).

MRT als Wachstumsmarkt

Die supraleitenden Magnete werden unter anderem in der Halbleitergeräte-Herstellung und für Magnetresonanz-Tomographen (MRT) verwandt. Supraleitend bedeutet, dass der Strom in den auf sehr niedrige Temperaturen gekühlten Spulen verlustfrei fließt. Das senkt die Betriebskosten.

Nach eigenen Angaben geht der Konzern davon aus, dass die Nachfrage nach Hightech-Untersuchungen im Medizin- und Gesundheitsbesuch auf absehbare Zeit weltweit mit einer Rate von 6 Prozent jährlich wachsen wird. Für den steigenden Bedarf an MRT-Geräten hat man nun die Vorbereitungen getroffen.

Supraleiter für Japans Maglev

Auch der Metallverarbeiter Tanaka Holdings glaubt an die Zukunft der Supraleitung und hat vor zwei Jahren eine Fabrik für supraleitende Kabel aus Kupfer eröffnet.

Zusammen mit dem Stromversorger Chubu Electric und der Universität Kagoshima entwickelte Tanaka das erste Supraleitungs-Kabel aus einem Kupfer-Metallsubstrat. Der Einsatz von Kupfer anstelle etwa von Palladium senkt die Kosten um mehr als die Hälfte.

Supraleitende Magneten kommen auch in der neuen japanischen Magnetschwebebahn zum Einsatz. Allerdings ist der Bedarf begrenzt, weil die supraleitenden Spulen nur in den Betriebswagen verwandt werden. In den Fahrrinnen sitzen normale Magnetspulen.

Fotos: Mitsubishi Electric

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