Chemieriese testet vielversprechende Krebsarznei

3. März 2017 von  

Chemieriese testet vielversprechende KrebsarzneiTokio (JAPANMARKT/fr) — Mehrere japanische Unternehmen unterhalten im Nebengeschäft eine eigene Pharma-Sparte, etwa Japan Tobacco und Fujifilm. Jetzt versucht sich Toray an einer Anti-Krebsarznei.

Klinischer Test für Anti-Krebsmittel

Nach einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei macht der japanische Chemieriese Toray, bekannt als Hersteller von Carbonfasern und Spezialkunststoffen, Fortschritte in seiner Arzneimittelforschung. Die US-Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration hat die ersten klinischen Tests für eine Toray-Arznei zur Krebsbekämpfung erlaubt.

Der nicht näher bezeichnete Wirkstoff zielt auf ein bestimmtes Protein von Tumorzellen. Dieser eindeutig identifizierbare DNA-Abschnitt, ein sogenanntes Marker-Gen, lässt sich in Zellen von 16 Krebsarten nachweisen, darunter Lungen- und Brustkrebs.

Das Gen wurde bereits vor rund einem Jahrzehnt von Toray-Wissenschaftlern entdeckt. Anschließend entwickelte man eine Substanz, die an dieses Marker-Protein andocken kann. Im Labor und bei Tierversuchen ließ sich die Zahl der Krebszellen dadurch deutlich verringern.

Neue Anti-Krebsmittel schonender

Nun soll die Substanz an etwa 40 Personen in den USA und Frankreich getestet werden. Die klinische Erprobung dürfte etwa fünf Jahre dauern. Das Medikament könnte dann 2022 auf den Markt kommen. Die Erfolgschancen sind nicht groß: Nur fünf Prozent der neuen Anti-Krebs-Wirkstoffe schaffen die Kommerzialisierung.

Toray gehört auch zu einem japanischen Konsortium aus Nationalen Krebszentrum, Unternehmen und Universitäten, das seit dem Jahr 2014 einen einfachen Bluttest für Krebs entwickelt. Der Test soll auf der Basis von Mikro-Gen-Stücken im Blut und anderen Körperflüssigkeiten funktionieren. Diese Gen-Stücke zeigen die Existenz von Krebszellen an.

Arzneien gegen Krebs sind wichtige Umsatzträger der Pharmaindustrie. Das Mittel von Toray gehört zu neuartigen Antikörper-Wirkstoffen, die gezielt gegen Krebszellen vorgehen. Diese Wirkstoffe haben weniger Nebenwirkungen, sind bisher jedoch noch sehr teuer. Ein Beispiel ist Opdivo, ebenfalls aus Japan (JAPANMARKT Online berichtete).

Foto: Toray

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