Sächsische “Jade” – geformt aus Deutschland und Japan

15. Februar 2017 von  

Sächsische "Jade" - geformt aus Deutschland und JapanTokio (JAPANMARKT/fr) – Mit dem Besuch von Unternehmen und der Nanotech-Messe stärkt eine Delegation aus Sachsen unter Führung des Wirtschaftsministers Martin Dulig die Beziehungen zu Japan. Zwei japanische Unternehmen kündigen neue Investitionen an.

Sachsen-Auftritt bei der Nanotech

Mit seinen 200 Nanotechnologie-Akteuren gehört der Freistaat Sachsen nach eigenen Angaben zu den Top fünf der Nanotechnologie-Standorte in Deutschland. Daher war ein Messebesuch für Sachsens Wirtschaftsminister Dulig eine Pflichtstation bei seinem Japan-Besuch in dieser Woche.

Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) organisierte für die Nanotech-Messe (noch bis 17.2.) einen „Sachsen-live”-Gemeinschaftsstand mit elf Ausstellern, die einen Ausblick auf die technologische Zukunft geben. So präsentiert das Dresdner Fraunhofer FEP biegsame OLED-Folien. In etwa fünf Jahren soll diese Technologie in biegsamen Mobiltelefonen eingesetzt werden.

Auf dem sächsischen Messestand selbst gibt es tägliche Vorträge. Experten aus Sachsen und die Geschäftspartner von der Yamagata Universität stellen ihre innovativen Produkte und Forschungsergebnisse in einem Vortragsforum vor. Auch außerhalb der Messe gibt es regelmäßige Besuche zwischen Japan und Sachsen in Sachen Nanotechnologie.

Nabtesco-Stammwerk in Sachsen

Zuvor wurde die Delegation von Firmenvertretern der Nabtesco Corp. empfangen. Der japanische Automobilzulieferer mit weltweit fast 6.000 Mitarbeitern gehört zu den jüngsten japanischen Investoren in Sachsen. Erst im vergangenen Jahr stieg der Konzern bei den Firmen ITG Serienfertigung Fahrzeugteile in Chemnitz und ITG Kompressoren in Zschopau mit derzeit insgesamt 93 Mitarbeitern ein.

In Chemnitz soll ein neuer Firmen- und Produktionssitz entstehen. „Unser neues Stammwerk soll spätestens im Jahr 2021 nicht nur Einzelteile für die Automobilindustrie fertigen, sondern zu einem Systemzulieferer werden und komplette Bremssysteme der neuen Generation herstellen”, sagte Tomouki Horiguchi, Präsident von Nabtesco Automotive. Bis 2025 sollen es 150 Mitarbeiter in Sachsen werden.

Wasserstoff-Tankstellen für Deutschland

Am Vortag hatte Wirtschaftsminister Dulig das Unternehmen Nagano Keiki in Tokio besucht. Dort wurden er und seine Delegation von Präsident Shigeo Yoda sowie Chairman Shingeru Miyashita zu Gesprächen empfangen und mit einem Sushi-Lunch auf Japan eingestimmt.

Nagano Keiki ist an der ADZ Nagano GmbH in Ottendorf-Okrilla und Dresden beteiligt und gründete zusammen mit der Dresdner Sensorfirma „Intelligente Sensorsysteme Dresden“ (i2s) das Joint Venture Jade Sensortechnik GmbH in Dresden mit 15 Mitarbeitern. Jade steht für Japan und Deutschland. Dort wollen die Japaner weiter investieren.

Bis 2023 will Nagano Keiki in Deutschland ein Netz von 450 Wasserstoff-Tankstellen aufbauen. Denn die japanische Automobilindustrie setzt stark auf Wasserstoff als zukünftige Antriebsenergie. Die Regierung hat das Programm „New Energy Masterplan“ aufgelegt, welches bis 2020 – pünktlich zu den Olympischen Spielen in Tokio – erste Früchte tragen soll.

Foto: Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig während seines Japan-Besuchs (© SMWA/Schleser)

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