Japans Wirtschaft wächst auch im vierten Quartal

13. Februar 2017 von  

Japans Wirtschaft wächst auch im vierten QuartalTokio (JAPANMARKT/fr) – Japans Wirtschaft ist auch im Schlussquartal 2016 gewachsen, wenn auch nur leicht. Exporte und Investitionen stiegen, der private Konsum stagnierte.

Export und Kapitalausgaben überzeugen

Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Vierteljahr zwischen Oktober und Dezember um 0,2 Prozent zum Vorquartal. Das entspricht einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 1,0 Prozent. Das war etwas langsamer als im Vierteljahr zwischen Juli und Oktober, als das BIP um 0,3 Prozent zum Vorquartal zulegte.

Die japanischen Exporte wuchsen im vergangenen Quartal um 2,6 Prozent und damit noch etwas schneller als im Vorquartal. Zum Wachstum trugen auch die privaten Kapitalausgaben bei. Sie stiegen um 0,9 Prozent zum Vorquartal und verzeichneten damit eine kräftige Erholung. Im 3. Quartal waren die Investitionen der Unternehmen noch um 0,3 Prozent gesunken.

Doch der japanischen Wirtschaft fehlte für eine höhere Wachstumsrate ein zunehmender Binnenkonsum. Jedoch blieben die privaten Haushaltsausgaben im Schlussquartal auf dem Niveau des Vorquartals. Auch der Rückgang der öffentlichen Investitionen um 1,8 Prozent bremste das Wachstum.

Längste Wachstumsstrecke seit 2013

Damit hat Japans Wirtschaft im vergangenen Jahr mit vier Plus-Quartalen die längste Wachstumsstrecke seit 2013 geschafft, dem ersten Jahr der Regierungszeit von Shinzo Abe. Die Zuwachsrate ist zwar im Verlauf der letzten vier Quartale von 0,6 Prozent zum Jahresauftakt auf 0,2 Prozent im Schlussviertel um mehr als die Hälfte zurückgegangen.

Aber das Gesamt-Wachstum von 1,0 Prozent im Kalenderjahr 2016 ist doppelt so hoch wie die potenzielle Wachstumsrate der japanischen Wirtschaft, die von der Bank of Japan zuletzt mit 0,5 Prozent jährlich angegeben wurde. Das spricht dafür, dass Abenomics im vergangenen Jahr funktioniert hat.

Die Aussichten für dieses Jahr sind durchwachsen: Der Privatkonsum wird vom Ausmaß der Lohn- und Gehaltssteigerungen abhängen. Der schwächere Yen stützt die Firmengewinne, aber mehr Protektionismus würde den japanischen Exportunternehmen schaden. Die geplante Erhöhung der Staatsausgaben bleibt damit eine wichtige Stütze für die Wirtschaft.

Foto: Yokohama (flickr/Fougerouse Arnaud CC BY-NC 2.0)

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