Volkswagen fährt erstmals an Toyota vorbei

30. Januar 2017 von  

Volkswagen fährt erstmals an Toyota vorbeiTokio (JAPANMARKT/mf) – Volkswagen hat 2016 erstmals die Weltmarktführung in der Autobranche übernommen und Toyota nach vier Jahren an der Spitze abgelöst. Die Wolfsburger verkauften knapp 140.000 Fahrzeuge mehr als die Japaner.

Weltmarktführung für Volkswagen

Im abgelaufenen Jahr verkauften die Japaner mit ihren Marken Toyota, Lexus, Hino und Daihatsu 10,175 Millionen Einheiten. Das waren nur 0,2 Prozent mehr als 2015. Doch die VW-Gruppe mit ihren 14 Marken steigerte sich um 3,8 Prozent auf 10,312 Millionen verkaufte Fahrzeuge. Damit erreichten die Wolfsburger ihr Ziel der Weltmarktführung zwei Jahre früher als geplant.

Doch wegen des teuren und rufschädigenden Dieselabgas-Skandals bleibt die Freude der Deutschen über diesen Triumph verhalten. Toyota-Chef Akio Toyoda betont zudem seit Jahren, dass die Branchenführung nicht wichtig für sein Unternehmen sei. Vielmehr richte sich der Ehrgeiz der Japaner darauf, die Kunden mit den besten Autos zufriedenzustellen.

China verhilft VW zum Branchenersten

Ausschlaggebend für den Führungswechsel waren die unterschiedlichen Schicksale der beiden Fahrzeuggruppen auf ihren wichtigsten Märkten. Toyota zeigte mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 2,2 Millionen Einheiten zwar Stärke im Heimatmarkt Japan. Aber in den USA gingen die Absatzzahlen leicht zurück.

Dagegen profitierte VW als Marktführer in China von einer Steuererleichterung und dem Wachstum des Gesamtmarktes. Dadurch stieg der VW-Absatz in China um 12,2 Prozent auf 3,982 Millionen Stück. Nur in Europa verkaufte VW mit 4,207 Millionen Einheiten etwas mehr.

Wettrennen geht 2017 weiter

Daher wird die Marktentwicklung in China und den USA darüber entscheiden, ob VW die Branchenführung 2017 behalten kann. Die Deutschen müssen sich darauf einstellen, dass sich das Wachstum des chinesischen Automarktes nach 17 Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten in diesem Jahr deutlich verlangsamen könnte. Zudem wollen die chinesischen Automarken den Ausländern verschärfte Konkurrenz bei Preis und Qualität machen.

Die Produktion der Japaner wiederum soll von 10,213 Millionen Stück in 2016 – ein Zuwachs von 1,3 Prozent – auf 10,36 Millionen Einheiten weiter steigen. Dabei erwartet Toyota höhere US-Verkäufe von Geländewagen und Trucks und einen steigenden Europa-Absatz durch die anziehende Nachfrage nach Hybrid-Fahrzeugen.

Allerdings könnte der US-Markt 2016 seinen Höhepunkt erreicht haben. Auch der Trump-Faktor ist schwer zu kalkulieren. Die Tiraden des neuen US-Präsidenten gelten auch Toyota: Die Japaner produzieren 2016 zwar 1,38 Millionen Autos in den USA, aber importierten auch 1 Million Einheiten vor allem aus Japan. Sollten die USA die Importzölle erhöhen, könnte dies die Verkaufszahlen von Toyota negativ beeinflussen.

Foto: US-Bestseller-Modell Camry für 2017  (Toyota)

Kommentare

Bitte schreiben Sie hier Ihren Kommentar...
Hier gibt es mehr Informationen, falls Sie ein Profilbild mit ihrem Kommentar anzeigen möchten gravatar!