Windkraft kommt in Schwung

24. Februar 2016 von  

Windkraft kommt in SchwungTokio (JAPANMARKT/fr) – Die Stromkapazität von Windkraft-Anlagen soll bis 2020 um den Faktor 3 auf das Volumen von 10 Atom-Reaktoren wachsen. Die zwei führenden Anlagenbauer planen ehrgeizige Investitionen.

Verdreifachung bis 2020

Nach einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei wollen Eurus Energy Holdings sowie J-Power bis zum Ende des Jahrzehnts jeweils 60 Milliarden Yen (480 Millionen Euro) in neue Kraftwerke investieren. Die beiden Konzerne waren laut dem Bericht im Jahr 2014 mit einem Drittel der Gesamtkapazität die Nummer 1 und Nummer 2 in der Windenergie-Branche in Japan.

Eurus Energy will bis zum Anfang des neuen Jahrzehnts neue Turbinen für 200 Megawatt installieren und ihre eigene Kapazität damit auf 850 MW erhöhen. In diesem Jahr beginnen die Arbeiten an einem Windkraftwerk in der Präfektur Akita mit 40 MW. Eurus ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Toyota Tsusho und Tokyo Electric Power (Tepco).

Langer Genehmigungsprozess

Bisher spielt Windkraft im japanischen Energiemix keine große Rolle. 2014 betrug der Anteil lediglich 0,5 Prozent des Stromverbrauchs. In Deutschland sind es laut der Internationalen Energieagentur 9,6 Prozent, in China 2,8 Prozent und in Dänemark 39 Prozent. Bis 2020 könnte die Windkraft-Kapazität in Japan von rund 3.000 MW auf 10.000 MW steigen.

Die hohe Hürde in Japan ist der vier- bis fünfjähriger Genehmigungsprozess. Die Betreiber müssen nachweisen, dass es keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt gibt.

Seit 2012 wird Windenergie mit einem hohen festen Einspeisetarif, der über 20 Jahre garantiert ist, massiv gefördert. Doch nur 3 Prozent der seitdem genehmigten Kapazitäten sind Windanlagen, jedoch 93 Prozent Solaranlagen. Die genehmigten Turbinen gehen nun langsam in Bau.

Foto: Windpark in Aomori (Eurus Energy)

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