Mobiles Internet – Japan hat es erfunden

23. Februar 2016 von  

Mobiles Internet - Japan hat es erfundenTokio (JAPANMARKT/fr) – In dieser Woche feiert das erste mobile Internet der Welt den 17. Geburtstag. Der Service namens i-Mode kam aus Japan und legte den Grundstein für eine weltweite Revolution. Doch Erfinder NTT Docomo konnte daraus kein Kapital schlagen.

Von iMode zum iPhone

Am 22. Februar 1999 hob NTT Docomo den i-Mode-Dienst offiziell aus der Taufe. Wenig später folgten KDDI mit EZweb und J-Phone mit Jsky, berichtet das Beratungsunternehmen Eurotechnology Japan in seinem Blog. i-Mode wurde so schnell populär, dass Docomo die Zahl der Abonnenten zunächst begrenzen musste.

Nach Ansicht von Eurotechnology sind die Verbindungen zwischen i-Mode und dem iPhone nicht weit hergeholt. Das i-Mode-Ökosystem und die Java-basierten i-Appli waren Vorreiter der heutigen Apps und der damit zusammenhängenden Betriebssysteme. Doch NTT Docomo gelang es nicht, mit der Erfindung auch im Ausland Geschäfte zu machen.

Die Expansion von i-Mode nach Europa misslang. Das System war zu sehr auf die Bedürfnisse der Japaner zugeschnitten. Zudem war Japan Europa in der Netzgeschwindigkeit voraus. i-Mode verstärkte sogar das sogenannte Galapagos-Syndrom bei japanischen Mobilgeräten, weil viele neue Funktionen nur mit einem bestimmten Service-Provider und nicht auf alle Geräten liefen.

Ungebrochene Popularität

Die lange Erfahrung mit i-Mode und ähnlichen Diensten erklärt zugleich die große Popularität von Apps in Japan und letztlich die damals nur scheinbar überraschende Bereitschaft vieler Japaner, von den Galakei (Abkürzung für Galapagos Keitai Denwa = Galapagos-Flip-Phones) zum iPhone zu wechseln. Tatsächlich ist Japan von den Einnahmen her bis heute der größte App-Markt der Welt vor den USA und China.

i-Mode (NTT Docomo), EZweb (KDDI) und Yahoo-Mobile (Softbank) existieren sogar bis heute und werden weiter genutzt! Sie sind der Grund, warum viele japanische Nutzer glauben, auch ohen Smartphone auskommen zu können. Und während der Rest der Welt seine normalen Mailadressen einfach auch auf dem Smartphone nutzt, bekommen die Japaner weiter eine spezifische Mailadresse nur für dieses Gerät. Damit können sie das die Ursprünge des mobilen Internets bis heute nutzen.

Foto: Screenshot i-Mode 2005 (mit freundlicher Genehmigung von Eurotechnology Japan KK)

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